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Promotion
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Der Rotstift dreht
weiter seine Runden bei der Deutschen Quarter Horse Association
(siehe
hier):
Der Vorstand hat am Montag (8. Juni 2026) beschlossen, den DQHA-Mitgliedern
das offizielle Verbandsorgan "Quarter
Horse Journal" ab sofort und zunächst "bis
Ende des Jahres" nur noch digital zur Verfügung zu stellen.
Damit erhofft man sich weitere Einsparungen, nachdem vor kurzem
bereits erstmals die DQHA-Hauptschau Q26 in Aachen abgesagt worden
war (siehe hier).
Bemerkenswert ist, daß darüber nicht der DQHA-Vorstand
informiert, sondern zuerst der Pferdesport Verlag Ehlers am Freitag
Abend per Email an die DQHA-Mitglieder. Erst später zieht
die DQHA auf ihrer facebook-Seite nach und informiert, dass das
QHJ "ab der Ausgabe Juli 2026 ausschließlich als ePaper zur
Verfügung" gestellt wird.
Wer ab der August-Ausgabe des Quarter Horse-Jorunals nicht auf
die gedruckte Ausgabe verzichten möchte, kann zum Sonderpreis
von einmalig und zusätzlich 5,99 Euro alle Ausgaben "bis
einschließlich 01/2027" weiter per Post erhalten, heisst
es in der Mitteilung des Pferdesportverlag Ehlers an die DQHA-Mitglieder
weiter.
Begründet wird dieser Schritt durch den DQHA-Vorstand, dass
"durch den Wegfall von Druck und Versand erhebliche Kosten
eingespart werden" können. Es wird jedoch nicht darauf
hingewiesen, daß diese "Kosten" für ein Abonnement
des Quarter Horse Journals bereits durch den Mitgliedsbeitrag
von 105 EUR je Hauptmitglied bereits verreinnahmt worden sind.
Damit streicht der Vorstand der DQHA - ohne Beschluss der Mitgliederversammlung
- weiter Leistungen aus dem rahmen des Mitgliedsbeitrages.
Reicht der Sanierungs- und Haushaltsplan nicht aus ?
Zuvor hatte der Verband ohne besondere Vorankündigung die
auf der Jahreshauptversammlung am 25. April beschlossene Sonderumlage
von 35 EUR je Mitglied eingezogen, von der Mehreinnahmen in Höhe
von rd. 200.000 EUR erwartet wurden.
Diese Einnahmen scheinen
offensichtlich trotz des im April verabschiedeten Sanierungs-
und Haushaltsplan nicht ausreichend zu sein:
Dieser der Sonderumlage zugrunde liegende Sanierungs- und verabschiedete
Haushaltsplan sah am 25. April 2026 keine Einsparungen beim offiziellen
Verbandsorgan "Quarter Horse Journal" vor:
Zudem wurden in dem Sanierungs- und Haushaltsplan 175.000 EUR
budgetiert für Veranstaltungen, mit der Absage der DQHA-Hauptschau
Q26 in Aachen (siehe hier) werden diese
offensichtlich für andere Haushaltslöcher umgebucht.
Damit verwendet der DQHA-Vorstand den von seinen Mitgliedern bereits
im Mitgliedsbeitrag von 105 EUR vereinnahmten Preis für das
Druck-Abo des Quarter Horse Journals ohne expliziten Mitgliederbeschluss
für andere Zwecke.
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Enttäuschung bei
Mitgliedern und Züchtern
Zudem endet ein 35-jähriges Ritual für die DQHA-Mitglieder:
Viele langjährige DQHA-Mitglieder schätzen das seit dem ersten
Erscheinen im Jahr 1991 gedruckte Heft im Briefkasten als festen
Bestandteil ihres Hobbys, Züchter bevorzugen oft gedruckte Übersichten
zu Fohlenjahrgängen, Hengstbucheintragungen und DQHA-Zuchtschauen.
Mit dem Wegfall der Druckausgabe zunächst "bis Ende
des Jahres" fehlt dem Quarter Horse auch die "Kaffeetisch-Präsenz":
Ohne das gedruckte Heft in Reitställen, Shops und Turnieren schwindet
die passive Sichtbarkeit der Rasse American Quarter Horse im Vergleich
zu anderen Verbänden, Züchter und Deckhengstbesitzer müssten zukünftig
noch stärker auf Online-Anzeigen und Social Media ausweichen,
um eine Werbeplattform zu erhalten.
Nach dem Wegfall des
"westernreiters" der EWU und der "Western Horse"
wird nun das letzte gedruckte, deutschsprachige Westernmagazin
mindestens in diesem Jahr deutlich weniger sichtbar sein; ein
Zeichen für die Situation des gesamten Westernreitmarkts
in Deutschland.
Die Erwartungen an die DQHA steigen
Andere Westernverbände im deutschsprachigen Raum haben diesen
Schritt bereits hinter sich und nutzen unterschiedliche Strategien,
um den Übergang zu reinen Online-Medien erfolgreich zu gestalten.
Der Trend geht dabei weg von starren PDF-E-Papern und hin zu dynamischen,
tagesaktuellen Plattformen. Der PHCG kündigte bereits zum 30.04.2023
seinen Vertrag mit der Zeitschrift "Western Horse" als
offizielles Vereinsorgan und stellte komplett auf eine Dreisäulen-Strategie
aus eigener PHCG-Website, einem regelmäßigen E-Mail-Newsletter
und intensiver Social-Media-Arbeit um.
Mit der Entscheidung steigen daher auch die Erwartungen an den
DQHA-Vorstand. Einerseits dürfen die Einsparungen nicht versickern,
sondern müssen direkt zur Konsolidierung des Verbandes genutzt
werden. Nachdem die Q26 gestrichen wurde, liegt sicherlich die
oberste Priorität der Mitglieder darin, dass die DQHA Futurity-
und Maturity-Klassen 2026 gerettet werden sollten.
Andererseits muss der Verband sicherstellen, dass jedes Mitglied
ab Juli sofortigen und unkomplizierten Zugriff auf das digitale
Quarter Horse Journal hat. Ältere oder weniger technikaffine Mitglieder
werden sich über den erschwerten Zugang beklagen - ihnen wird
der Verband intensiv Hilfestellungen geben müssen, ob und wie
das Digital-Heft im DQHA Mitgliederbereich oder über die App freigeschaltet
wird.
Gleichzeitig muss der Quarter Horse-Verband die Kommunikation
zu seinen Mitgliedern digital deutlich verstärken.
Bild: Lux
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